Ich bin sooo communitymüde!

muss man da mitmachen?

 

 

Ich beobachte schon länger, dass es bestimmte Moden oder auch Trends zum Marketing im Internet gibt, die periodisch auftreten.

 

Eine Trendsetterin war ich noch nie und werde ich auch nicht, aber ich schaue mir das gerne als Beobachterin an und finde es spannend, manchmal auch seltsam und auf jeden Fall erstaunlich, wie viele immer dabei mitmachen.


videos


Eine Zeitlang drehten plötzlich alle Videos und stellten sie auf Youtube oder Vimeo ein. Es gab eine regelrechte Videoschwemme mit mehr oder weniger inhaltsschweren Beiträgen. Dann wurden es die live Videos auf Facebook. Glückssache, wenn jemand gerade live zuschaut. Der Inhalt ist auch nicht immer schwerwiegend.

 

Aber das Motto dabei ist wohl „ich bin zu sehen, also bin ich"

 

Warum sind Videos so ein beliebtes Marketinginstrument? Angeblich sehen sich Menschen lieber kurze Filmchen an als lange Texte zu lesen. Ich kann das nicht bestätigen. Ich lese lieber. Da kann ich selbst bestimmen, an welcher Stelle ich aufhöre, wann ich später weiterlesen will. Auch mal kurz überfliegen, um zu sehen, ob die Info kommt, die ich brauche.

 

 Im Video, noch dazu in einem, dass sich nicht weiterscrollen lässt, muss ich ausharren und vielleicht ist es gar nicht mehr interessant für mich. Das kostet meine Zeit. Beim Text kann ich mir wichtige Sätze oder Passagen anstreichen und so schnell wiederfinden. Beim Video geht das nicht. Ich lerne aber nicht nur visuell, sondern haptisch.

 

Außerdem sind viele hausgemachte Videos einfach nur amateurhaft und von ziemlich zweifelhafter Qualität. Auch auf diesem Feld gibt es Dinge, die man wissen sollte, damit es gut wird. Fachleute haben dazu eine Ausbildung. Ich teile die Auffassung nicht, dass das Jeder einfach mal so kann und dass man den Mut bewundern sollte, sich zu zeigen.

 

Wenn es für das Business ist, sollte es so gut und professionell wie möglich gemacht sein.

 



podcasts


 

Dann kam ein neuer Trend auf, der zum Podcasten.

 

Einzelne Podcaster gibt es schon lange. Viele versuchen sich nun auch mit einem eigenen Podcast. Nur, weil etwas technisch nicht mehr so kompliziert ist, heißt das aber nicht, dass es auch nützlich für das eigene Business ist. Das muss man gut prüfen. Es ist gerade mit neuen technischen Tools wichtig zu wissen, wie die eigene Zielgruppe tickt. Wenn sie lieber liest als hört oder Videos anschaut, kann der Podcast super sein und trotzdem treffsicher am Ziel vorbei gehen und einfach nicht ankommen, nicht gehört werden.

 

Das Hauptargument für Podcasts ist, dass es angeblich so viele Menschen gibt, die man mit Audios besser als mit Text oder Video erreicht.

 

Mehr Leute wollen hören statt lesen, heißt es. Hörbücher werden beim Autofahren am meisten gehört und Podcasts angeblich auch. Ich finde das total in Ordnung, wenn man trotzdem auch das geschriebene Wort weiterhin lesen kann. Von einem meiner Lieblingsblogs gibt es jetzt fast nur noch was auf die Ohren.

 

Sorry, das ist nicht mein Kanal. Ich fahre meistens nur kurze Strecken mit dem Auto, das lohnt nicht. Außerdem konzentriere ich mich lieber auf den quirligen Berliner Stadtverkehr. Ich will ja heil ankommen. Und schade, tschüss, ich habe die Beiträge immer gerne gelesen.

 



onlineprogramme


Onlineprogramme, die sich angeblich von selbst quasi im Schlaf verkaufen, sind immer noch ein Renner.

Längst haben jedoch viele enttäuscht herausgefunden, dass es doch nicht ganz so easy ist wie angepriesen. Auch hier steckt eine Menge Arbeit drin und der Markt ist voll mit Onlineprodukten. Das heißt, auch die müssen gut beworben und verkauft werden. Und dann ist da noch die technische Betreuung, denn manchmal hakt es genau dort. Trotzdem kann man als Empfehlung immer noch lesen, dass man doch nicht Zeit gegen Geld tauschen sollte und Onlineprodukte würden die Lösung sein.

 

Das funktioniert nur für wenige, die genau wissen, was sie tun und wie das geht, es erfolgreich zu vermarkten.


webinare


Webinare muss man heutzutage auch halten. Egal, ob man das kann oder nicht.

 

Und so sind dann manche Webinare leider auch. Eine Zumutung für Ohren und Augen.

 

Nicht jeder, der offline erfolgreicher Trainer oder Lehrer ist, kann auch vor einer Kamera im Webinarformat ohne Gegenüber seinen Stoff locker und interessant rüberbringen.

Es gibt hier andere Gesetzmäßigkeiten, was Methodik, Didaktik und Präsentation angeht. Dazu gehört Training, Selbstbeobachtung, ein gesunder Menschenverstand und ein absolut sicherer Umgang mit der Technik und Software.

 

Dazu gibt es ein Webinar von mir. Schau gerne mal rein, wenn du planst, selbst Webinare zu halten.

 


communities



Und jetzt haben wir gerade Gründungszeit.

 

Und zwar Gründungszeit der persönlichen Communities, die zur Zeit wie Pilze aus dem Boden schießen. Ist das wieder aus den Staaten zu uns rübergeschwappt? Du bekommst interessante Infos nur noch, wenn du Mitglied in meiner Community wirst. Warum erinnert mich das so verdammt an Kuppelgeschäfte?

 

Und sorgt nicht gerade die DSGVO dafür, dass selbige nicht mehr sein dürfen? Content gegen Emailadresse?

 

Ein Modeblog, dessen Newsletter ich jahrelang interessiert gelesen habe, hat plötzlich eine Community, bei der man Mitglied werden soll, wenn man Infos möchte! Im Newsletter wird man mit ein paar Krümeln angefüttert, sprich neugierig gemacht und der ganze Text ist nur, genau…für die Communitymitglieder.

 

Natürlich kostet die Mitgliedschaft Geld und das ist mir zu viel. So wichtig ist mir der Inhalt denn doch nicht. Den Newsletter habe ich gekündigt, weil mich das geärgert hat. Auch so kann man sich seine Fans selbst absägen.

 

Eine Astrologin, deren Beiträge ich immer sehr geschätzt habe, hat jetzt auch eine kostenpflichtige Communietymitgliedschaft angeboten. Ihre kostenfreien Videos auf youtube und der Newsletter sind nur noch Schnipsel zum Anlocken. Da ich nicht regelmässig an ihren Infos interessiert bin, hat sich auch das für mich erledigt.

 

Natürlich gibt es Unterschiede und auch richtig positive Beispiele

 

Ich bin Mitglied in einigen wenigen ausgesuchten Communies, die wichtige Infos für mich haben und in denen ich Gleichgesinnte treffen kann. Die Communitiemitgliedschaft bieten die Betreiber zusätzlich zu den kostenlosen interessanten Newslettern an, die sie schon lange und auch weiterhin ohne Bedingungen versenden. Ich denke da an Powerhouse von Andrea und Mike Lekies z.B. Da bezahle ich auch gerne meinen Beitrag.

 

Ich bekomme relativ oft in letzter Zeit Einladung in neu gegründete Communities von KollegInnen und ich frage mich, wie lange dieser Trend wohl anhält und ob ihnen klar ist, wie viel Zeit und Arbeit das kostet, wenn es lebendig werden und bleiben soll.

 

Wissen kann man sich heutzutage überall im Internet kostenlos besorgen. Dazu muss man nicht unbedingt Mitglied einer Community sein und  Geld dafür bezahlen. Wer aber zusammen mit anderen etwas machen möchte, sich gegenseitig unterstützen und dafür in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnnten wirken möchte, kann das auch ohne Community Mitgliedschaft, die Geld kostet, tun. Dafür gibt es z.B. Facebookgruppen.

 

Diese neue Welle als Tool zum Geld verdienen ist mir wirklich unsympathisch, das gebe ich ganz offen zu.

 

Ich gebe gerne viel Wissen kostenlos raus und da reicht mein ganz normaler Newsletter mit einer Liste von InteressentInnen.

 

Schreib mir gerne, wie du das siehst.


 

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