Was dein Homeoffice mit deiner Energie zu tun hat

Hurra, ich arbeite von zuhause!

 Viele Soloselbständige sind eigentlich OnlineunternehmerInnen. Sie haben ein Homeoffice, also ein Büro zuhause, und arbeiten hauptsächlich über PC und Telefon.

 

Zuhause zu arbeiten ist eine völlig andere Arbeitsweise als in einer Festanstellung im Büro zu arbeiten. Das Homeoffice hat viele Vorteile, aber auch etliche Nachteile, die zu oft übersehen werden.

die vorteile

 

Gerade für Menschen, die Vollzeit von zuhause arbeiten, ist ein kluges und achtsames Energiemanagement wichtig. Sie neigen besonders dazu, ihre Energie an nicht zielführende Tätigkeiten zu verlieren. Für das Wichtige fehlt es dann an Zeit und Energie.

Schauen wir uns zunächst einmal die Vorteile näher an.

  • Es entfallen Wege mit dem Auto oder mit den Öffentlichen. Das spart deutlich Zeit, Geld und Nerven.
  • Es ist nicht zwingend notwendig, sich täglich sorgfältig zu kleiden, die Haare zu machen und sich zu schminken.
  • Es wird weniger Kleidung angeschafft.
  • Man kann zu jeder Tages-und Nachtzeit arbeiten.
  • Die Kinderbetreuung wird einfacher.
  • Die Kosten für Auswärtsverpflegung entfallen.
  • Niemand kontrolliert, ob wir wirklich am Arbeitsplatz sind. Es zählt nur das Resultat.
  • Selbständige sind in Eigenverantwortung, was die Motivation und Planung angeht. Niemand gibt uns vor, wann und was getan werden muss.
  • Es fallen keine Ausfallzeiten für den berühmten Schwatz am Kopierer mit den Kollegen an.

 

 Das klingt erst einmal alles ganz vorteilhaft, oder? Bei genauerem Hinschauen sieht man jedoch, dass sich leider einige dieser Vorteile auf Dauer in Nachteile verwandeln können. Schauen wir uns das der Reihe nach mal näher an.

 

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haken und ösen

 

Dass Wege entfallen, ist und bleibt ein echter Vorteil. Wohnt man aber dazu etwas weit vom Schuss, kann das auf Dauer zu einer Art Eremitentum führen weil man nicht mehr regelmäßig unter Menschen kommt. Es gibt nicht nur digitale Nomaden. Es gibt inzwischen auch digitale Eremiten. Es ist daher wichtig, dafür zu sorgen, dass man auch in der Offlinewelt seine Kontakte pflegt und das ganz bewusst.

 

Hin und wieder fehlt gerade den lieben Nächsten das Verständnis dafür, dass man nicht Hausfrau, sondern Homeworkerin ist. Störungen sind daher oft an der Tagesordnung. Das kann der Postbote sein, der sich freut, dass du immer zuhause bist und die Post für die ganze Nachbarschaft annehmen kannst. Der Ehemann, der dir solche Aufträge wie Autowäsche und tanken fahren, seinen Anzug in die Reinigung bringen, irgendwas abholen, einkaufen usw. gerne überlässt. Die Kinder, die zum Chor, zum Sport oder zur Freundin gefahren werden möchten.

 

Und das alles zu deiner Hauptarbeitszeit. Mama ist ja zuhause. Klare Ansagen und Regeln, die von Allen einzuhalten sind, können hier weiterhelfen. Manche Homeworkerin fühlt sich auch nicht recht wertgeschätzt von ihrer Umgebung. Es sieht nach außen für Familie, Freunde und  Nachbarn oft nicht nach Arbeit  aus. Sie sehen ja nicht, dass du oft zu Zeiten arbeitest, wo sie schon lange Feierabend haben. Klare Worte helfen weiter. Die Anderen wissen oft nicht, was du eigentlich tust.

 

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selbstwert

 

Das Homeoffice kann manchmal mit der Zeit auch zum "Verschlampen" verführen. Während sich Jede, die ins Büro fährt um sich mit Kollegen und Kunden zu treffen, selbstredend ordentlich kleidet, schminkt und damit für einen guten Eindruck sorgt, kann das ausschließliche Arbeiten zuhause diese positive Wirkung auf den Selbstwert schleichend untergraben.

 

Wenn es mir egal wird, wie ich vorm dem PC aussehe, "sieht ja keiner", ist höchste Alarmbereitschaft angesagt. Im Homedress zu arbeiten, mit fettigem Haar und ungeschminkt, hat nämlich eine ganz schwere Energie, die sich sehr wohl negativ auf die Motivation und Lebensfreude auswirken wird. Glaube nicht, dass deine Kunden am Telefon die Energie unterbewusst nicht rüber bekommen. Es hat etwas mit Wertschätzung deiner selbst und deiner Kunden zu tun, ob du auch in dieser Hinsicht für dich sorgst.

 

Wir sind nun mal, auch energetisch, anders drauf, wenn wir ordentlich angezogen sind. Du möchtest doch ernstgenommen werden, oder? Auch für das Homeoffice solltest du immer so zurecht gemacht sein, dass du unangemeldete Kunden an deiner Tür empfangen könntest ohne dabei rot zu werden. Natürlich muss niemand zuhause in High heels rumrennen, aber sauber und gerne ein bisschen schick und gepflegt darf es schon sein. Das solltest du dir unbedingt wert sein.

 

ablenkung lauert überall

 

Das Homeoffice kann auch in anderer Hinsicht eine Herausforderung, nicht nur für superordentliche „Hausfrauen“, sein.

Da liegen die ein paar Staubflusen auf dem Boden. Also, schnell noch durchgesaugt.

 

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Die Wäsche noch eben anschmeißen, die kann nebenbei waschen. Allerdings musst du sie dann noch aufhängen weil grade jetzt draußen die Sonne scheint. Da trocknet sie sicher schnell.

 

Die Betten kann man dabei auch gleich noch mit abziehen und waschen. Der Blick zu deinen Blumen zeigt dir, dass sie am Verdursten sind. Also, schnell Wasser geholt. Unterwegs stolperst du über deine Katze, die heute auch noch nichts zu fressen hatte usw.

 

Bis du wieder an deinem PC sitzt, vergeht schnell eine Stunde. Du hast inzwischen den Faden und die Motivation verloren, aber wenigsten ist schon mal aufgeräumt. Leider bekommst du dafür kein Geld. Kennst du solche Szenarien auch? Geht man dagegen als Angestellte früh aus dem Haus, entfällt das alles und erwartet uns erst am Abend, nach getaner Arbeit. Sich als Selbständige selbst zu disziplinieren und es auszuhalten, dass der Haushalt manchmal etwas chaotisch aussieht, ist eine echte Herausforderung. Nimm es doch als deine persönliche Challenge an und beschäftige auch die liebe Familie.

 

noch mehr fallen

 

 Zu jeder Tages-und Nachtzeit arbeiten zu können, klingt erst einmal gut.

 

Das hat aber den Haken, dass es dann eben keinen wirklichen Feierabend gibt.

 

 

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Das Gefühl, nie fertig zu sein, zieht vielen Selbständigen die Energie ab und macht gehetzt, unfroh und angestrengt.

Natürlich ist es ok, ab und zu spontan zu beschließen, heute frei zu machen oder etwas Dringendes zu erledigen, das privat ist. Dann aber bitte mit voller Absicht und nicht mit dem Ansinnen, das unbedingt gleich wieder reinarbeiten zu wollen. Am besten bis in die Nachtstunden. Du brauchst ausreichend Schlaf, wenn du leistungsfähig sein willst!

 

Die Kinderbetreuung wird einfacher.

Ja, wenn du dir das gut organisierst, aber auch nur dann. Wenn du dein Kind zuhause betreust, während du arbeiten willst, wird das ein Drahtseilakt. Vielleicht kannst du es stundenweise betreuen lassen. Geht es in den Kinderladen, haben beide, Mutter und Kind, mehr Entspannung und Regelmäßigkeit. Großen Kindern muss man beibringen, dass Mama arbeitet und zu bestimmten Zeiten nicht gestört werden darf. Das erfordert klare Ansagen und starke Nerven. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel.

 

 

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Die Kosten für Auswärtsverpflegung entfallen.

 

Das stimmt obwohl du auch zuhause etwas essen musst. Dabei solltest du dich regelmäßig und vor allem gesund ernähren. Du beziehst deine Energie auch über das, was du isst. Deswegen sollte es hochwertig und frisch sein. Manche Homeworkerinnen schieben sich eben schnell mal beim Arbeiten vorm PC ein Käsebrötchen zwischen die Kiemen und eine Tasse Kaffee dazu. Das zeugt nicht von achtsamem und wertschätzendem Umgang mit sich selbst. Zur Selbstliebe, diese Energie ist für dich sehr wichtig, gehört es regelmäßig und gesund zu essen und vor allem ausreichend zu trinken.

 

Stelle dir doch das stille Wasser auf den Schreibtisch! Wenn du es in eine schöne Flasche füllst und aus einem edlen Glas trinkst, hast du auch gleich noch was fürs Auge und wirst umso lieber regelmäßig genug trinken. (lies auch "Energie kann man trinken").

 

achte auf dich!

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Für manche ist das Homeoffice der direkte Weg in eine Depression oder in einen Burnout. Es ist nicht für alle geeignet,

Es fehlen echte soziale Kontakte für den beruflichen Austausch aber auch Gelegenheiten mal zum gemeinsam klönen, Buschfunk am Kopierer oder auch vielleicht mal eine Runde jammern. Das Internet als Ersatz ist dafür nur partiell geeignet.

 

Wer sich dort mit Anderen vergleicht und alles glaubt, was auf Facebook geschrieben wird, fühlt sich schnell minderwertig oder, noch schlimmer,  als VersagerIn. Niemand schreibt dort nämlich über seine Misserfolge. Alle haben immer super Kunden, super Aufträge und natürlich Waaaaaahnsinnsumsätze. Sechsstellig, versteht sich.

 

Da kann man schnell unter Druck kommen, vor allem, wenn das eigene Business grad sehr anstrengend ist und du meilenweit davon entfernt bist, sechsstellige Zahlen zu schreiben. Wenn du alles glaubst, was dir von manchen Anbietern vollmundig versprochen wird, wie du auch dorthin kommst, wird es noch schlimmer. Du verlierst nicht nur viel Geld, sondern auch noch deine Selbstachtung, denn es muss ja dann wohl an dir liegen, wenn es immer noch nicht rockt nach diesem super Erfolgsprogramm.

 

 

 

Nicht wenige SolounternehmerInnen rennen schnurstracks in den Burnout weil sie ununterbrochen am Rödeln sind, um alles unter einen Hut zu bringen und weil sie mega Erfolge anstreben.

 

 

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Interessanterweise gibt kaum jemand zu, einfach nur ein gutes Leben haben zu wollen. Ein entspanntes, freudiges Leben mit genug Zeit, es auch zu genießen.

 

 Was nützen mir ein Porsche und eine Yacht, wenn ich so viel arbeite oder so ausgebrannt bin, dass ich es nicht genießen kann? Macht das einen Sinn?

 

Selbstausbeutung ist nicht der richtige Weg

Es ist auch energetisch extrem wichtig, grade wenn man selbständig ist, für ein ausgewogenes Leben zu sorgen. Urlaub, freie Zeit, Zeit fürs Nichtstun reservieren. Erschöpfung tritt immer dann auf, wenn die Energie im Minusbereich ist. Niemand, außer dir, ist dafür verantwortlich, deinen Energielevel anzuheben und die Energie immer wieder rechtzeitig aufzufüllen.

 

 

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Dein Homeoffice kann dich beflügeln oder dich ausbremsen. Das hat etwas damit zu tun, ob die Energie fließen kann. Ist dein Homeoffice sauber, aufgeräumt, befindet sich alles an seinem Platz, ist es freundlich eingerichtet und farblich optimal, dann wird es dich energetisch unterstützen. Du merkst es daran, ob du gerne an deinen Arbeitsplatz gehst.

Herrscht dagegen Chaos, musst du dauernd etwas suchen, ist der Raum zu klein, dunkel und sogar im Keller, wird er dich nicht unterstützen können. Sorge dafür, dass du angemessene Arbeitsbedingungen hast und die Energie wird fließen und dich beflügeln.

 

Kurzübersicht – was du tun kannst

  • Ein Büro außerhalb mieten, wenn du zuhause definitiv nicht in Ruhe arbeiten kannst
  • Ein Schild an die Tür machen „Nicht stören- ich arbeite“ o.ä.
  • Klare Ansagen für die Familie, Freunde, Nachbarn machen
  • Feste Zeiten für die Arbeit einplanen, z.B. 9-13 und 15-18 Uh
  • Feste Zeiten für persönliches Energietanken im Kalender festlegen und einhalten
  • Austausch mit Kollegen suchen, auch offline
  • Das Homeoffice optimal gestalten, aufräumen, regelmäßig ausmisten damit die Energie fließen kann.
  • Meditieren lernen um sich selbst immer wieder auszurichten
  • 1x im Monat raus, mit „echten“ Menschen verabreden
  • Genügend Urlaub planen, mind. 3 Wochen am Stück
  • Keine Arbeit mitnehmen!

 

Wenn du dies alles beachtest, ist das Homeoffice eine sehr gute Möglichkeit, dein Business erfolgreich zu betreiben.

 

PS: Handys kann man auch ausschalten!

 

 

weiterlesen:

 

Energie kann man trinken

Das Büro rockt