Richtig Urlaub machen – einfach so?

„Ich mache eigentlich nie richtig Urlaub“

 

sagte meine Klientin und ich denke „wie geht das?“. Wo holt sie ihre Kraft her? Wann spannt sie mal aus?

 

Wir waren zum Thema Selbstliebe am Arbeiten. Meine Klientin ist eine soloselbständige Frau, die nicht das große Geld macht aber ihr Auskommen hat. Sie ist auf ihrem Gebiet sehr gut, hat jedoch Mühe, das selbst auch so zu sehen. Gutes Feedback ist für sie normal, Kritik nagt lange an ihr.

 

Für ihre Kunden ist sie immer da und hat da viel Verständnis. Mit sich selbst geht sie eher ziemlich hart um. Sie verzeiht sich Fehler und Pannen nur sehr schwer.

 

Außerdem plagt sie ununterbrochen die unterschwellige Angst, dass ihr Business den Bach runter geht und sie gleich mit. Deshalb ist sie nie entspannt und immer irgendwie am Rödeln. Auch im Urlaub natürlich.

 

Der Hintergrund

 

Beim Coaching fällt mir auf, wie angespannt sie nicht nur auf der Körperebene ist, sondern dass sie auch energetisch so rüberkommt. Sie berichtet, dass sie sich überhaupt nicht erinnern kann, jemals nicht so angespannt gewesen zu sein. Sie kennt einen entspannten Zustand gar nicht. Auch alle bisherigen Versuche, dies mit Entspannungsmethoden oder Massagen zu ändern, fruchteten nichts.

 

Ich suche also auf der energetischen Ebene nach den Gründen für ihre Daueranspannung. Es zeigen sich, wie erwartet, Glaubenssätze aus ihrer frühesten Kindheit.

 

„Du wirst das niemals schaffen“, „Dafür bist du viel zu klein und zu dumm“.

 

Das hat sie oft zu hören bekommen als sie noch ganz klein war. Viele Kinder hören solche Botschaften und es macht nichts weiter mit ihnen. Bei ihr fielen diese Sätze jedoch leider auf sehr fruchtbaren Boden und ins tiefste Unterbewusstsein. Unbewusst hat sie im Laufe ihres Lebens immer versucht, dagegen zu halten und sich deshalb ständig enorm angestrengt.

 

Solche Glaubenssätze sind sehr machtvoll und meistens vollkommen unbewusst. Sie wirken wie die perfekte Selbstsabotage. Sie sind unbarmherzige Antreiber und lassen Entspannung einfach nicht zu, denn sie malen im Kopfkino die schlimmsten Folgen aus.

 

Webinar „Ab in die Wüste“

 

Es geht los

 

Wieder einmal bin ich sehr dankbar, dass ich mit meiner Arbeit so etwas schnell finden und auflösen darf. Ich arbeite an den Sätzen, sie verändern sich.

 

Sie bemerkt körperlich wie sich etwas zu lösen beginnt und muss sehr weinen. Das ist ein gutes Zeichen. Ich frage wieder nach dem Urlaub. Sie nimmt sich normalerweise keine Auszeiten, sondern verändert eigentlich nur den Arbeitsort. Schließlich gibt es Handy und Laptop.

Das soll sich ändern. Noch kann sie sich das schwer vorstellen. Wir arbeiten weiter.

 

Bei unserem nächsten Termin teilt sie mir mit, dass sie spontan ein verlängertes Wochenende gebucht hat – ohne Laptop. Das hat sie selbst überrascht. Ein Anfang ist gemacht, ich bin gespannt.

 

Ich bin mir sicher, dass wir noch so Einiges finden werden, das dafür sorgte, dass sie so schwer loslassen kann.

 

Herzensführung und Ego

 

 

 

„Leben ist das, was passiert, während du Pläne machst.“ John Lennon

 

 

 

 

Das Urvertrauen war ihr schon lange abhandengekommen. Sie hört auch die innere Stimme ihres Herzens nicht mehr.

Das, was sie hört, ist das Ego, das sie immer weiter antreibt und sie nie mit sich zufrieden sein lässt. Wenn sie ihre Selbstliebe stärkt, kann sie auch wieder die Verbindung zu ihrem Herzen fühlen und unterscheiden, wer da spricht. Herz oder Ego.

 

Dabei will ich ihr helfen

 

Um loszulassen, muss sie zuerst wieder lernen, zu vertrauen. In das Leben, in ihre innere Führung und Weisheit und in andere Menschen. Sie hat sich immer sehr angestrengt, alles im Griff zu haben um die Kontrolle über ihr Leben zu behalten.

 

Im Laufe unseres Coachings kann ich ihr nahe bringen, dass das eine Illusion ist. Es gibt keine wirkliche Kontrolle über das Leben. Das kann Angst machen aber auch sehr befreiend wirken.

Vertrauen ist gut

 

Was war der eigentliche Grund, dass sie niemals richtig Urlaub machte?

Sie hatte einfach Angst, ihr Business unbewacht zu lassen. Dass die Kunden sie vergessen oder sauer sind, wenn sie sagt, dass sie Urlaub hat. Dass irgendetwas durchrutscht, das ihr Schwierigkeiten machen würde. Dass es zu mühsam wieder anläuft nach dem Urlaub und sie dann nicht genug verdient usw.

 

„Als Selbständige kann ich mir keinen Urlaub leisten, meine Kunden nehmen das übel.“

 

Wenn sie das wirklich so glaubt und davon überzeugt ist, dann wird das für sie auch so sein. So sind die Regeln. Glaubenssätze tun das, was Glaubenssätze eben tun. Sie bestätigen sich scheinbar. Und dann kommt ein „hab ich´s doch gewusst“.

 

Diesen Teufelskreis muss man durchbrechen. Erst die Glaubenssätze auflösen (lassen) und dann neue, bessere  Erfahrungen machen.

 

Das fühlt sich besser an

 

In meinem Beispiel haben wir daran intensiv gearbeitet. So Einiges an Mustern und Programmen kam da hoch. Das Meiste davon war ihr nicht bewusst.

 

Nach zwei weiteren Sitzungen war sie so weit. „Ich habe zwei Wochen Toscana gebucht und ich werde meinen Kunden diesmal mitteilen, dass ich im Urlaub bin.“ Wow!  

 

Nimmt sie ihren Laptop mit? Natürlich. Und das ist auch nicht schlimm, wenn sie noch diese Nabelschnur braucht. Und vielleicht hat sie ja im entspannten Zustand gute Inspirationen, die sie aufschreiben möchte. Dagegen ist nichts einzuwenden.

 

BOARDING!

 

Weil wir alle viele, vor allem unbewusste, Glaubenssätze haben, die uns behindern können, biete ich dafür gerne Programm BOARDING! an.

Das ist eine sehr intensive Einzelarbeit über 5 Wochen, die ganz praktische Begleitung mit hochwirksamer energetischer Transformationsarbeit verbindet und damit schnell grundlegende Veränderung bewirken kann.

 

Meine Klientin hat das Programm gebucht und wird nach ihrem Urlaub, frisch erholt und ganz entspannt hoffentlich, damit beginnen. Darauf freuen wir uns beide.

 

Und, wie sieht es bei dir aus? Schreib mir gerne, wie du das machst. Richtig angekündigter Urlaub, mindestens zwei Wochen? Ohne Kundenkontakt? Oder nimmst du dir Arbeit mit?

Ich bin gespannt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Birgit (Sonntag, 05 Juni 2016 13:16)

    Ich nehme mir 2 oder 4 Wochen Urlaub am Stück. Ohne Kundenkontakt. Autoresponder an, Telefon auf die Mailbox. Im Urlaub ist dann oberste Prämisse: ich arbeite, wenn ICH das WILL, ansonsten nicht. Wenn ich also Lust habe, einer neuen Idee nachzugehen, an der Webseite zu bauen oder ein neues Programm zu entwerfen, dann tue ich das. Wenn ich keine Lust habe, dann nicht. Es gibt in der Zeit kein "Müssen". Macht Spaß so, so kann ich was tun, wenn ich Lust dazu habe und eben nicht, wenn ich keine Lust habe. Es gibt kein "ich muss", aber auch kein "ich darf nicht" :-)

  • #2

    Barbara (Samstag, 18 Juni 2016 12:28)

    Liebe Birgit,

    genauso sehe ich das auch :-). Und deshaln kommt der Laptop immer mit und dann schauen wir mal.