Umwege erhöhen die Ortskenntnis oder wie ich vom Wege abkam und weshalb das trotzdem gut war

 

Die paar freien Tage Winterurlaub im verschneiten Oberharz haben mir unfreiwillig Einiges an Erkenntnis gebracht. Und das, wo ich mal überhaupt nicht ans Business denken wollte. Es ging mir nur ums Kopf lüften und mal wieder etwas Druck rausnehmen. Aber die besten Erkenntnisse kommen immer völlig ungeplant. Und so  habe ich in diesen Tagen ganz viel gelernt über mich.

 

Zum Beispiel

 

·         Ich kann immer noch ein ganzes Stück weiter laufen als ich es vorher für möglich halten würde.

 

·         Ich will gerne vorher genau wissen, wo ich ankommen werde, also wohin der eingeschlagene Weg führt.

 

·         Ich neige zu Wegen, die versprechen Abkürzungen zu sein und falle immer mal wieder darauf rein.

 

Aber der Reihe nach. Wer mich kennt weiß, dass man mich nicht wirklich zu den Wandervögeln zählen kann. Ich liebe es von A nach B zu kommen. Am liebsten im Auto. Aber hier war wunderweißer Winter mit Natur, Wald und Sonne. Das verlockt sogar mich dazu, per pedes unterwegs zu sein. Und weils so schön war, immer noch auf den verschneiten Waldweg eine Kurve weiter laufen und noch eine und dann natürlich das dicke Ende. Den ganzen Weg auch wieder zurück. Meine Füße! Aber ich war viel länger und weiter gelaufen als gedacht und es fühlte sich toll an.

 

Merke: Du kannst vorher nicht wissen wie lang der Weg sein wird und wie viel Kraft du mobilisieren kannst. Meistens ist es mehr als du denkst.

 

 

Dann gab es Momente, in denen eine Abkürzung auf den schnelleren Weg nach Hause lockte. Leider stellt sich oft so etwas schnell als Irrtum raus. Vor allem wenn man sich nicht auskennt. Du ahnst es schon. Umwege erhöhen die Ortskenntnis. Er war nicht kürzer sondern länger. Autsch!

 

Merke: Nicht jede verlockende Abkürzung ist auch eine.

An einem Abend war ich fix und alle weil ich mich völlig überschätzt hatte und nicht rechtzeitig mein Veto eingelegt hatte, noch ein Stück weiterzumarschieren obwohl mich die Kräfte deutlich verließen. Die frische Winterluft tat ihr Übriges. Ich war platt wie lange nicht.

 

Merke: Ich muss klug mit meinen Kräften umgehen und meine Verantwortung für mich bewusster wahrnehmen weil nur ich wissen kann, wie es mir geht.

 

Was hat das nun alles mit meinem Business zu tun?

 

Ganz viel. Mitten in der Nacht, na gut es war sieben Uhr morgens also für Urlaub reichlich früh, wurde ich wach. Mir wurde plötzlich sehr klar, dass das mit dem Wandern metaphorisch für mein ganzes letztes Jahr war. Ich hatte Anfang Januar letzten Jahres die Idee, dass mein Business schneller vorwärts gehen sollte und ich noch nicht klar genug ausgerichtet wäre.

 

Alle sagen, du musst einen Coach haben. Als Coach einen Coach zu finden ist nicht so einfach. Ich fand trotzdem einen. Und kam damit völlig von meinem bisherigen herzorientierten Weg ab. Ab sofort ging es um Umsatz, Nische und Idealkunden.

 

Mein neuer Coach empfahl mir Wege, wie ich zu mehr Kunden und damit zu mehr Umsatz kommen sollte. Das Problem dabei war nur, dass mein Coach mit meinem “energetischen“ nichts so recht anfangen konnte und mit meiner Ausrichtung aufs Herz schon gar nicht.  Mir lagen seine Vorschläge nicht so recht. Wenn meine Kundinnen auch nur ein wenig so sind wie ich, und davon gehe ich aus, dann mögen sie aggressive Werbung überhaupt nicht. Sie wollen keine zahlreichen Nachfassemails etc. Mir selbst geht so etwas auf den Sender, meist bin ich als Newsletterabonenntin dann ganz fix weg.

 

Ich hab es wirklich ausprobiert. Postwendend kam die Reaktion meiner Newsletterabonnentinnen- zu viele Emails! Das nervt!

 

Der Coach kann nichts dafür. Er hat mir nur mit bester Absicht das empfohlen, was „man halt so macht“. Aber meine Arbeit ist eben ganz anders und passt einfach nicht in die üblichen Schubladen. Genauso wie die meisten meiner Herzenskundinnen das nicht tun.

 

Der zweite Coach, den ich kontaktierte,  hat Positionierung als Schwerpunkt und wollte meine Zielgruppe enger eingrenzen. „Selbständige Frauen“ wäre als Zielgruppe viel zu weit gefasst. Es müsse eine klare Berufsgruppe wie zum Beispiel Therapeutinnen oder Lehrerinnen sein. Auch er verstand das „energetische“ Coaching nicht und blieb beim Üblichen. Außerdem empfahl er mir, dringend weg von den Einzelstunden hin zu Paketangeboten, zu gehen.

 

Klingt erst mal gut und lockt, siehe Abkürzung, aber mein energetisches Coaching löst Blockaden und Themen um ein Vielfaches schneller auf als jede Therapie oder ein herkömmliches Coaching. Deshalb ist meine bisherige  Arbeitsweise, von Einzelstunde zu Einzelstunde für mich und meine Kundinnen eigentlich vollkommen richtig gewesen.

 

Manche braucht keine Pakete oder eine längerfristige Begleitung. Außerdem gibt es ja immer die Möglichkeit, mehrere Stunden zusammen günstiger zu kaufen und die intensive energetische Begleitung über 6 Monate habe ich auch im Programm.

 

Beinahe habe ich deshalb viele Kundinnen verloren. Und das kann nicht der Sinn sein. Und bloß, weil es gerade "in" ist und überall propagiert wird, ist es trotzdem nicht die reine Lehre.

 

Was hat das jetzt mit meinem Winterurlaub zu tun?

 

 

Ganz einfach. Das Wandern  gab mir tiefgreifende Erkenntnisse. Zum Laufen im Winterwald genauso wie zum Business. Ich habe nach Abkürzungen gesucht und musste erkennen, es gibt für mich keine. Der bisher gewählte Weg war schon völlig richtig.

Ich habe versucht Anderen, meinen Coaches, meine Verantwortung abzugeben. Ich habe gedacht, sie wüssten es besser als ich, was gut ist für mich. Aber niemand kennt mich und meine Arbeitsweise besser als ich. Auf mich sollte ich hören und andere Vorschläge mit dem Herzen gewissenhaft prüfen ob sie wirklich zu mir passen.

 

Und deshalb gibt es vier wichtige Konsequenzen für mich.

 

    Ich arbeite wieder verstärkt auch mit Einzelstunden. Nach jeder Stunde wird geschaut, ob und wie es weitergeht.

 

    Wer es wünscht, kann weiterhin Pakete günstiger buchen.

 

    Die Zielgruppe ist erweitert auf „berufstätige Frauen“. Vorzugsweise Selbständige aber auch andere berufstätige Frauen kann ich herzorientiert und energetisch dabei unterstützen, leichter vorwärts zu kommen.

Die Herzorientierung im Business wird wieder stärker betont.

 

 

Ich will nicht sagen, dass mir meine Coachings nichts gebracht haben. Das auf keinen Fall. Ich habe die eine oder andere Einsicht oder Technik durchaus dabei gelernt. Auch der kritische Blick von außen auf mein Business war wichtig und erhellend.

Aber am wichtigsten waren die Erkenntnisse, die zu den vier Konsquenzen geführt haben. Ich passe in keine Schublade und das ist gut so! Und Umwege erhöhen die Ortskenntnis und dafür war alles gut und richtig.