Was Fussball ueber Mitarbeiterfuehrung verraet

Ich las unlängst in einem Beitrag eine interessante Darstellung, die mich zwar nicht überrascht, aber doch wieder einmal recht nachdenklich gemacht hat. Wenn man die Zahlen einer großen Studie, die unter den fünfzig größten Unternehmen im Dow Jones gemacht wurde liest, ist das schon schockierend.

 

  • 37 Prozent der Befragten meinten, dass sie verstehen, was ihr Unternehmen versucht zu erreichen und warum.
  • Nur 20 Prozent waren von den Zielen ihres Teams und des Unternehmens begeistert.
  • Bloße 20 Prozent gaben an, dass ihre eigenen Aufgaben klar auf die Ziele ihres Teams und des Unternehmens ausgerichtet seien.
  • Die Hälfte der Befragten, 50 Prozent, war am Ende der Woche mit ihrer geleisteten Arbeit zufrieden.
  • Bescheidene 15 Prozent hatten das Gefühl, dass ihr Unternehmen es ihnen rückhaltlos ermöglicht, Schlüsselziele zu erreichen.
  • Nur alarmierende 15 Prozent hatten das Gefühl, dass in ihrem Team, ihrem Unternehmen eine Atmosphäre von Vertrauen herrscht.
  • Bloße 17 Prozent waren der Ansicht, dass ihr Unternehmen eine offene Kommunikation fördert und es schätzt, wenn abweichende Meinungen geäußert werden.

 

So, und nun übertragen auf den Fußball, schließlich war gerade erst die Fußball WM, würde das bedeuten,

  • dass nur vier von elf Spielern auf dem Feld überhaupt wüssten, welches der Tore ihre eigenes ist.
  • Nur zweien der elf Spieler wäre das überhaupt wichtig.
  • Lediglich zwei würden ihre Position kennen und genau wissen, was sie tun sollten.
  • Bis auf zwei Spieler würden alle Spieler auf die eine oder andere Weise gegen die eigenen Mannschaftskameraden antreten statt gegen das gegnerische Team.

 

Ist das nicht erschütternd? Ich kann das allerdings aus eigener Erfahrung sofort bestätigen. Auf den Bildungsträger, in dem ich einmal ein paar Jahre angestellt war und dessen Führungsstil passt das total und ich befürchte, auch auf viele andere Teams und Unternehmen. Der Fisch beginnt immer am Kopf zu stinken und die Führung mancher Unternehmen ist desolat. Das kann sich im Wettbewerb verheerend auswirken.

 

Manchmal werden kosmetische Maßnahmen noch eine Weile scheinbar Verbesserungen bringen. Es muss sich aber ganz oben beim Fisch, am Kopf, was ändern, wenn es wirklichen Fortschritt geben soll. Jeder Einzelne im Unternehmen muss die Vision der Unternehmensführung kennen und verinnerlichen. Wohin es gehen soll und warum. Und warum jeder einzelne Mitarbeiter wichtig ist. Echte Verbundenheit mit dem Unternehmen wie wir es früher aus Familienunternehmen oft kannten. Das ergibt sich nicht von selbst.

 

Es bringt für Führungskräfte viel Arbeit in Form von Einzelgesprächen mit den Mitarbeitern, ein sich für die Menschen wirklich interessieren. Sich deren Meinung anhören, ihre Sorgen ernst nehmen. Eine Investition in die Zukunft, die sich in jedem Fall lohnt.

 

Die bisherige Strategie vieler großer Unternehmen mit Zuckerbrot und Peitsche das Letzte rauszuholen, wird schon bald nicht mehr funktionieren. Wer keine loyalen Mitarbeiter hat, wird sich in Zukunft am Markt nicht mehr halten können. Die neue Zeit braucht neue Wege. Dazu gehört unbedingt ein menschlicherer, wertschätzender Umgang mit den Mitarbeitern statt des stieren Blicks ausschließlich auf den Gewinn.

 

In meiner täglichen Arbeit begegnen mir viele Menschen, die längst innerlich gekündigt haben. Sie werden krank weil sie nicht gesehen, ihre Meinung nicht gefragt ist und ihrer Arbeit der tiefere Sinn fehlt.

 

Für manche ist das der entscheidende Anstoß, sich zu überlegen, was sie wirklich möchten. Wofür sie denn eigentlich brennen und viel lieber täten. Dann folgt auch die Kündigung im Außen. Welches Unternehmen kann es sich leisten, gut ausgebildete, eingearbeitete Spezialisten gehen zu lassen? Es gibt auch mutmachende, wegweisende Gegenbeispiele. Eines davon ist in der nachfolgenden Buchempfehlung zu finden. Es geht auch anders!

 

 

 

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