Wie Sie sich am besten das Geschaeft vermasseln

Das ist ganz einfach. Ich durfte es unlängst einmal wieder beobachten. Bei einer Veranstaltung lernte ich eine wirklich nette Kollegin kennen, deren Fachgebiet mich schon immer interessierte. Ich hatte den Eindruck, dass ich ihr gerne einen Auftrag geben würde bzw. vielleicht wäre eine Kooperation ganz stimmig.

 

Wir wollten uns dazu verabreden. Wie es manchmal kommt, waren wir beide gut beschäftigt aber dann meldete sie sich. Mit einer Einladung zu einer Ausstellung und mit dem Hinweis, dass wir uns ja dort auch näher austauschen könnten. Gesagt, getan. Ich nahm mir meinen freien Samstag, fuhr anderthalb Stunden quer durch die Stadt zu ihrem Event.

 

Erste Enttäuschung - ganz schön kleines Event, mehrere Aussteller, einige Besucher, ganz schön eng, aber nicht viel zu bestaunen. Naja, ich war ja auch mehr zum Austausch mit ihr gekommen bzw. hatte ihr einen Auftrag für mich angekündigt.

 

Leider war das, was folgte, dann für mich schon sehr frustig.

 

Sie begrüßte mich zwar herzlich, aber das war es auch schon. Meine Begleiterin wurde erst mal schon komplett ignoriert. Dann sie kündigte mir dreimal an, dass sie gleich zu mir käme. Kam sie aber nicht. Ich stand mit meiner Begleitung im Mantel rum wie bestellt und nicht abgeholt und fing an zu schwitzen in der kleinen Hütte und mich zu ärgern. Zumal sie ein paar Meter weiter mit einer anderen Dame smalltalkte und mich einfach unbeachtet stehen ließ. Da sich dann garnichts änderte, beschlossen wir zu gehen.

 

Der Auftrag ist damit leider weg, liebe Kollegin. So vergrault man perfekt seine Kundinnen. Anderthalb Stunden Hinfahrt, die gleiche Zeit zurück an meinem freien Samstag für nichts. So wenig wertgeschätzt fühlt man sich nicht gut, wenn man eigentlich einen größeren Auftrag vergeben möchte.

 

Vielleicht hat sie ja bis zum Stehkragen tolle Aufträge und braucht keine neuen. Das hätte sie mir dann aber auch gleich sagen können. Ich hätte mir dann den weiten Weg gespart und viel Frust auch.

 

Solches Verhalten ist für mich sehr unprofessionell und das, finde ich, geht gerade für SoloUnternehmerinnen überhaupt nicht.

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