Warum ich keine kostenlosen Probecoachings gebe

 

 

Es gibt Trainer, Coaches und Berater, die ihren potenziellen neuen Kunden eine Probestunde anbieten und die auch noch kostenlos. Ich sprach darüber gerade erst mit einer Klientin. Ich verblüffte sie mit meiner Meinung, dass kostenlose Probecoachings für mich ausserhalb aller Diskussion sind.

 

Sie dagegen war der Meinung, das müsse sie halt anbieten. Schließlich machen das alle so. Schließlich haben die Leute kein Geld. Schließlich kauft keiner die Katze im Sack. Schließlich kommen dann keine Kunden. Schließlich...

Eine stattliche Ansammlung von individuellen und kollektiven Gaubenssätzen kam da auf den Tisch.

 

Ich konnte sie überzeugen, dass dieses Thema sehr eng mit ihrem eigenen  Selbstwert zusammenhängt. Alle Dienstleistungen, die man nicht vorher ansehen und überprüfen kann, haben es ein wenig schwerer die Kunden zu überzeugen. Sie setzen einen großen Vertrauensvorschuss voraus. Dem gilt es gerecht zu werden.

 

Wenn ich mir aber selbst nichts zutraue, wird das energetisch auch nach aussen  getragen. Ich strahle dann nicht das Vertrauen aus, das der Kunde möchte. Der Kunde wünscht sich aber eine selbstsichere ExpertIn, die seine Probleme lösen. Er will keinen Coach, der sich selbst nichts zutraut und der irgendwie ausstrahlt, sowieso nicht soviel Geld für seine Arbeit zu verdienen. Einen, der meint, sich Vertrauen erst einmal mit einem kostenlosen Probe-was-auch-immer verdienen zu müssen.

 

Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, dass es immer Menschen gibt, die alles zum besonders günstigen Preis haben möchten. Sie gehen mit Vorliebe zu Schnupperstunden, Testangeboten, Probekursen etc. Meist gehen sie nicht dorthin um das Angebot auf Tauglichkeit für sich selbst zu testen, sondern um billig etwas mitzunehmen. Wir sehen sie nie wieder, ausser zum nächsten Schnupperkurs.

Das sind meist auch die, die ein Probecoaching möchten.

 

Nun frage ich mich, warum sollte ich das tun? Ein Probecoaching anbieten. Ich arbeite immer mit vollem Einsatz. Wo sollte ich dann bei einem Probecoaching etwas einsparen? Probecoachings machen die Coaches, die sich ihrer selbst unsicher sind. Wenn ich weiß, was ic h kann, brauche ich diese Art von Kundenlockmittel nicht.

 

Ausserdem ist bei meiner Arbeitsweise oft das Problem schon bei der ersten Sitzung gelöst. Das ist dann dumm gelaufen. Klient hat sein Problem gelöst. Ich habe Zeit und Arbeit investiert und keinen Cent verdient und werde in den meisten Fällen nicht mal weiter empfohlen ausser an andere Schmarotzer.

 

Nein danke!

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Kommentare: 7
  • #1

    Dorothea Runck (Sonntag, 20 Januar 2013 21:07)

    Diese Frage – ob Probeanwendung oder nicht habe ich mir auch schon gestellt und aus den oben genannten Gründen sofort wieder verworfen. Ich kann das nur unterstreichen. Es ist wohl auch ein Phänomen dieser Zeit. Oder dieser Sparten. Und - ich las noch nie etwas von einem kostenlosen Probehaarschnitt beim Friseurmeister z.B. Ich glaube auch nicht, dass man dadurch zu mehr Kunden kommt. Mich hat es selber überrascht, dass Kunden kommen, die mich nur aufgrund meiner website kennengelernt haben. Da scheine ich doch etwas richtig gemacht zu haben.

  • #2

    Barbara Steldinger (Dienstag, 22 Januar 2013 18:08)

    Liebe Frau Runck, das scheint mir auch so :-). Ich habe mal auf Ihre Webseite geschaut und mit Freude gelesen, dass Sie bei meinem alten Freund und Kollegen Wolfgang Meißner das Matrixen gelernt haben. Weiterhin viel Erfolg!

  • #3

    Dorothea Runck (Freitag, 25 Januar 2013 21:27)

    Hallo Frau Steldinger, bei dieser Gelegenheit möchte ich Ihnen auch schreiben, dass ich Ihre Seiten hier sehr gut und glaubwürdig finde. Ich komme immer wieder mal dahin und lese sehr gerne Ihre sachlichen und doch gefühlvollen Texte, die wirklich mit Herz an das Gegenüber geschrieben sind. Auch Ihnen weiterhin viel Erfolg. Unser Erfolg dient ja den anderen und das ist wunderbar an dieser Arbeit.

  • #4

    Barbara Steldinger (Samstag, 02 Februar 2013 12:19)

    Vielen Dank für dieses schöne Feedback :-)

  • #5

    Gabriele Platz (Sonntag, 10 Februar 2013 08:36)

    Hallo Frau Steldinger. Hier noch eine Ergänzung aus Kundensicht. Ich gehöre (leider) zu denen, die Schnupperangebote oder Ermäßigungen nicht annehmen können,weil ich die Erfahrung gemacht habe, daß ich dann die Hilfe/Heilung nicht oder nur "halb" annehmen kann.Ich kann sozusagen das "Geschenk" nicht genießen,das annehmen fällt mir leichter, wenn ich den angemessenen/regulären Preis bezahle, obwohl ich mich dadurch von vielen interessanten Erfahrungen ausschließe. Deshalb weiß ich nicht, ob ich gegen Schnupperangebote sein soll.

  • #6

    Ulrike Zecher (Montag, 11 Februar 2013 12:09)

    Hallo Frau Steldinger,

    bis heute hatte ich einen Mix: 30 min gratis und danach 60 min bezahlen.-
    Die intensive Beschäftigung mit Geld (Einstellung, Selbstsabotage, Erbe) und auch Ihre Impulse haben bei mir schon folgendes bewirkt:

    1. kein Probe-Coaching mehr
    2. laut Ihrem Preis-Kalkulator verlange ich bereits die richtigen Honorare
    3. Auch TV, Hörfunkt dürfen mich gerne als "bezahlte" Expertin buchen.
    4. wenn ich kostenlos (für eine bestimmte Zielgruppe) arbeiten möchte, frage ich mich, kann ich mir das leisten und was ist mein Nutzen (neue Erfahrungen, in meinem Blog darüber schreiben)
    5. wie bereits in der Vergangenheit achte weiterhin ich, dass meine Rechnungen pünktlich bezahlt werden. Keine No-go-shows mehr.


    Und so langsam merke ich, dass macht alles auch richtig Spaß!
    Und jetzt schaue ich wieder auf meine sechs post it und da steht an erster Stelle

    FREIHEIT!

  • #7

    Barbara Steldinger (Montag, 18 März 2013 10:40)

    Liebe Frau Zecher,

    ich finde das sehr bemerkenswert, was Sie alles schon umgesetzt haben! Bei mir steht übrigens auch Freiheit ganz oben :-).

    weiterhin viel Erfolg!