Lieber langsam wachsen...

Ich lese viele Bücher, die etwas mit Unternehmensberatung im weitesten und im engen Sinne zu tun haben.

 

Allen ist gemeinsam, dass sie davon ausgehen, dass man, wenn man gründet eine Firma im Sinn hat.  Bei Stefan Merath (Unternehmercoach.de) las ich z.B., dass das Ziel eigentlich sei, seine Firma für seinen Nachfolger fit zu machen.

 

Auch viele andere Bücher gehen davon aus, dass man wachsen will, Angestellte haben wird, sich vergrößert. Das hat mich schon immer gewundert und ich halte das schlichtweg für ein Märchen.

 

Wenn man, wie ich, vorwiegend mit Einzelunternehmern und Freiberuflerinnen arbeitet, stellt man fest, dass die Beweggründe für die Selbständigkeit ganz andere sind. Meist geht es um mehr Lebensqualität. Man möchte raus aus dem Hamsterrad des Angestelltendaseins, manchmal auch raus aus der Arbeitslosigkeit.

 

Sich seine Zeit frei selbst einteilen, nur sich selbst Rechenschaft über seine Arbeit ablegen, das machen, was man gerne macht, sich nicht von anderen Menschen etwas aufdrücken lassen, sind nach meiner Meinung die Hauptmotivatoren.

 

Die freie Zeiteinteilung räumt mit dem Märchen auf, dass Selbständige grundsätzlich immer 60-80 Stunden in der Woche arbeiten würden. Wenn man ein Geschäft hat, mag das ja stimmen, aber sonst eher nicht. Die meisten meiner Klientinnen wollen auch keine große Firma aufbauen, sondern mit ihrer Arbeit soviel Geld verdienen, dass sie gut davon leben können und noch Spaß dabei haben.

 

Das findet sich leider in den meisten Büchern nicht wieder. Eher die Glaubenssätze, die davon abschrecken, zu gründen. Ein Angestelltendasein ist jedoch heutzutage auch nicht sicherer und es ist für viele sehr frustrierend, fremdbestimmt zu agieren. Innerliche Kündigungen nehmen einen hohen Prozentsatz in deutschen Firmen ein.

 

Ich persönlich finde es für mich sehr befreiend, das zu tun, was ich kann und was mir leichtfällt und Spaß macht. Das gute Gefühl, anderen Menschen weiter zu helfen ist einfach super. Und für mich ist es ein riesiges Stück Lebensqualität, nicht auf sinnentleerten Teamsitzungen das Publikum für Selbstdarsteller spielen zu müssen und damit meine Lebenszeit zu vergeuden. Ich bin für alles, was ich unternehme selbst verantwortlich und lenke damit mein Schiff selbst. Ein gutes Gefühl!

 

Dazu gibt es eine Buchempfehlung, denn die bekannte Autorin hat genau dieses Thema entdeckt und in ihrem neuen Buch sehr anschaulich verarbeitet. Lesenswert!

 

Svenja Hofert "Das slow grow Prinzip" Lieber langsam wachsen als schnell untergehen.

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