Leben Sie Ihre Berufung?

Finden Sie diese Überschrift seltsam? Irgendwie archaisch also etwas verstaubt?

 

Von Berufung reden wir heute nicht mehr so oft. Bestenfalls noch vom Beruf. In einer Zeit, wo viele Menschen zwar einen Beruf haben, diesen aber aus den verschiedensten Gründen oft nicht ausüben können, mutet das Wort Berufung irgendwie seltsam an.

 

Beruf kommt von berufen sein. Wenn man einen Beruf ergreift, sollte man sich eigentlich berufen dafür fühlen. Die Realität sieht meist anders aus. Oder haben Sie sich berufen gefühlt als Sie Ihren Beruf erlernten?

 

Die meisten Menschen machen heutzutage einen Job. Das ist ein gräusliger Begriff, der es in den überwiegenden Fällen jedoch auf den Punkt trifft. Ein Job ist eine bezahlte Arbeit, die man macht um Geld zu verdienen. Sie ist beliebig auswechselbar. Mit Beruf hat sie oft nur peripher etwas zu tun.

 

So ist die Lage. Und nun komme ich und frage Sie nach Berufung. In meiner Arbeit ist zunehmend ein ganz wichtiger Punkt der Lebenssinn. Warum bin ich hier, was ist eigentlich meine Lebensaufgabe und welcher Berufung sollte ich folgen? Habe ich eine?

 

Diese Fragen stellen sich immer mehr Menschen, die spüren, dass es mit einem Job irgendwie nicht getan ist. Da bleibt so ein schales Gefühl übrig. Dagegen haben Menschen, die ihre Lebensaufgabe gefunden haben auch ihre Berufung erkannt.

 

Warum ist das so wichtig? Nun, in dem Augenblick, in dem wir erkannt haben , wofür wir eigentlich leben, was unsere Stärken sind und wie wir damit anderen im besten Sinne des Wortes dienen können, fliessen uns ungeahnte Energien zu. Wir ziehen wie ein Magnet all das Gute, das wir dazu brauchen an. Die Kraft, die wir daraus schöpfen können, ist unendlich viel größer als ohne das.

 

Das macht zufrieden und glücklich. Menschen, die ihre Berufung leben, strahlen von innen heraus und wirken sehr charismatisch auf Andere. Vielleicht liegt es an der jetzigen Zeitqualität, dass sich so viele von uns mit dieser Frage beschäftigen.

 

Dieses Leben ist nicht dazu gedacht,  auf den Feierabend, das Wochenende, den Urlaub, die Rente hinzuleben. Dieses Leben fordert uns auf, authentisch zu sein und zu leben. Also, in diesem Sinne, finden Sie Ihre Berufung! Es lohnt sich.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Leoni (Montag, 13 August 2012 10:14)

    Hallo liebe Frau Steldinger,

    ich fände es auch sehr sinnvoll wenn ich meine Berufung als Beruf hätte. Sie haben schon recht, da fehlt etwas wenn man sie nicht hat. Ich frage mich nur wie finde ich das heraus, was meine Berufung ist. Ihr obiger Text in allen Ehren, es hat für mich leider so einen Beigeschmack von "ich sehe mir gerade eine Torte durch die Glasscheibe an". Will heißen, ich weiß, dass es für jeden eine Berufung gibt, aber leider nicht wie ich diese finden soll oder kann, oder findet die Berufung zu mir?? Wie Sie sehen sehr viele Fragen!!! Ein Text von Ihnen mit den dazugehörigen Antworten würde ich sehr begrüßen.

    Liebe Grüße
    Leoni

  • #2

    Barbara Steldinger (Mittwoch, 15 August 2012 09:39)

    Hallo, liebe Leonie
    ich verstehe Ihre Frage sehr gut. "Will heißen, ich weiß, dass es für jeden eine Berufung gibt, aber leider nicht wie ich diese finden soll oder kann, oder findet die Berufung zu mir??"

    Die Berufung hat man gefunden, wenn es sich gut und stimmig anfühlt was man tut. Es ist daran zu merken, dass man morgens gerne aufsteht, sich auf seine Arbeit freut. Die Berufung verleiht Flügel und bringt das Herz zum singen.

    Da sind wir auch bereit, immer das Beste zu geben, dranzubleiben und entwickeln uns dabei weiter. Viele Menschen, die irgendeinen Job machen um Geld zu verdienen, merken das früher oder später daran, dass sie keine Lust auf ihre Arbeit haben, dass es sie nervt und ermüdet, der Schwung ist raus und sie leben auf das Wochenende hin, auf den Urlaub und schließlich auf die Rente. Sie müssen sich unendlich anstrengen, um gut zu sein. Das ist Menschen, die ihre Berufung gefunden haben und sie auch leben, fremd. Diese Menschen arbeiten meistens selbstbestimmt.

    Wie findet man seine Berufung nun. Manchmal findet einen die Berufung. Man bekommt einen Hinweis, lernt etwas kennen und ist begeistert. Manche Menschen wissen schon als Kleinkind, dass sie Eisnebahner werden wollen oder Kinderarzt und zuehen das durch.

    Für die meisten ist das allerdings nicht die Regel. Die meisten Menschen gehen durch viele Phasen und Irrtümer bis sich ihre Berufung vielleicht zeigt. Das ist ein Prozess, der unterschiedlich lang ist, je nachdem wie ernst es uns damit ist, die Berufung zu finden. Selbst die, die sie eigentlich meinen gefunden zu haben, werden hin und wieder von Selbstzweifeln geplagt. Das ist normal, das ist Leben.
    Man kann sich durch verschiedene Methoden darin unterstützen lassen, diesen Weg abzukürzen. Bücher lesen, Seminare besuchen.Ein guter Weg ist auch ein Coaching bei einem Coach, der passt. Am allerwichtigsten ist es aber auf das eigene Herz zu hören. Wo kann ich spüren, dass es sich öffnet, sozusagen jubelt.

    Das ist in Kürze ein Antwort auf Ihre Frage und ich hoffe, Ihnen damit ein wenig weitergeholfen zu haben.

    alles Liebe Barbara